Vier Projekte haben erfolgreich die Genehmigung für den Bau erhalten. Neben einer Agri-PV-Anlage sind es drei klassische PV-Freiflächenanlagen. Die „Besonderheit“ ist, dass wir alle unsere Anlagen mit einem Grünstromspeicher ausrüsten und bei den klassischen zusätzlich mit unterschiedlichen Ausrichtung arbeiten, um das „Mittags-Tal“ deutlich zu reduzieren.
Grünstromspeicher, was ist das und warum?
Ein Grünstromspeicher bezieht seinen Strom ausschließlich von der Erzeugungsanlage, in dem Fall von unserer jeweiligen PV-Anlage, wo der Speicher aufgestellt ist. Es wird also kein Strom aus dem vorgelagerten Netz geholt, sondern wir erreichen im Idealfall, dass nur Strom ins Netz eingespeist wird, wenn er gebraucht wird. Damit entlasten wir das Verteilnetz, was wiederum den Netzausbau verringert und die damit verbundenen Kosten – für die Allgemeinheit – reduziert.
Wenn alle unserem Beispiel mit dem Grünstromspeicher folgen, würden sich die Netzausbaukosten erheblich verringern und die Netzentgelte stabil halten, wenn nicht sogar deutlich reduzieren. Und zwar für jeden einzelnen Verbraucher, für jeden Haushalt und damit für jeden Bürger.
Das Mittags-Tal, kennt jeder?
In der Vergangenheit wurde bei PV-Anlagen ausschließlich Augenmerk auf den Sonnenertrag gelegt. Das bedeutet: Wie kann ich maximal viel Strom produzieren! Wenn die Sonne im Zenit steht, um 12Uhr, plus/minus 2 Stunden, also zwischen 10-14Uhr. Deswegen, und viel zu oft noch heute, werden Freiflächenanlagen gen Süden ausgerichtet.
Das bedeutet jedoch auch, dass diese Anlagen zur gleichen Zeit den maximalen Strom erzeugen und diesen ins Netz einspeisen wollen…und somit ein Überangebot existiert, bis hin, dass die Netze überlastet und die Anlagen heruntergeregelt werden müssen.
Wir versuchen, soweit es von der Topologie möglich und vernünftig ist, die Sonne zu anderen Uhrzeiten „einzufangen“. Bereits zeitig am Vormittag wie auch später am Nachmittag. Dazu richten wir die Module deutlich Richtung Osten und Westen aus. Das hat zwei große Vorteile: Wir entlasten einerseits damit die Netzinfrastruktur (die alle bezahlen müssen) und andererseits können wir unseren Strom zu besseren Konditionen direkt in das Netz einspeisen, was die Wirtschaftlichkeit unserer Anlagen erhöht.
Sh. auch folgendes sehr grobes Schaubild: je mehr Strom über PV eingespeist wird (blaue Balken), desto geringer der Vermarktungserlös (orangene Linie):

Und hier nun eine kurze Übersicht der vier genehmigten PV-Anlagen
- Niederrieden: 10 MW Agri-PV-Anlage mit nachführendem 2P-Trackersystem
- Wiedergeltingen: 20 MW klassische PV-Anlage mit drei Himmelsausrichtungen
- Erkheim: 2,8 MW klassische PV-Anlage mit Satteldach, somit Ost-/West-Ausrichtung
- Ottobeuren: 20 MW klassische PV-Anlage mit Satteldach (Ost/West) sowie viel Südwest- und wenig Südausrichtung