AGRI-PV-Park Niederrieden. Zuschlag BNetzA erhalten

Ein herausragendes PV-Projekt kann in die nächste Runde gehen.

Unsere Agri-PV-Anlage mit einem nachführenden 2P-Trackersystem und einem Grünstromspeicher ist einen wichtigen Schritt vorangekommen, der nächste Meilenstein ist geschafft. Was das Besondere an einer Agri-PV mit Trackersystem ist, dazu folgt kurzfristig ein separater Beitrag.

Lange hat es gebraucht, bis die Ergebnisse aus der Ausschreibung vom 1. März mitgeteilt wurden. Zuerst auf der Homepage der Bundesnetzagentur und dann ganz offiziell per Brief wurde uns der Zuschlag für unser Gebot in der Ausschreibung „1. Segment“ vom 01. März mitgeteilt.

Zuschlagsmitteilung Agri-PV Niederrieden

Der weitere Prozess kann nun voranschreiten: Gespräche und Verhandlungen mit potentiellen Generalunternehmen und die Finalisierung der Finanzierung.

Was nun nur noch zwei große Schritte sind, hat einen langen Vorbereitungsprozess hinter sich:

  • Umfangreiches Blendgutachten durch einen vereidigten Gutachter
  • Vogelkartierung der Feldlerche mit CEF-Ausgleichsmaßnahmen für 6 Brutpaare in enger Abstimmung mit der UNB
  • Trassierungsplanung mit Bahnunterquerung und Übergabestation
  • Technische Optimierung der Anlage für bestmögliche Wirtschaftlichkeit und Funktionalität
  • Prüfung auf Kampfmittelfreiheit
  • und viele kleine Abstimmungen

An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an alle Beteiligte und Mitwirkende, die dies erst ermöglicht haben.

4x Baurecht für unsere geplanten Anlagen

Vier Projekte haben erfolgreich die Genehmigung für den Bau erhalten. Neben einer Agri-PV-Anlage sind es drei klassische PV-Freiflächenanlagen. Die „Besonderheit“ ist, dass wir alle unsere Anlagen mit einem Grünstromspeicher ausrüsten und bei den klassischen zusätzlich mit unterschiedlichen Ausrichtung arbeiten, um das „Mittags-Tal“ deutlich zu reduzieren.

Grünstromspeicher, was ist das und warum?
Ein Grünstromspeicher bezieht seinen Strom ausschließlich von der Erzeugungsanlage, in dem Fall von unserer jeweiligen PV-Anlage, wo der Speicher aufgestellt ist. Es wird also kein Strom aus dem vorgelagerten Netz geholt, sondern wir erreichen im Idealfall, dass nur Strom ins Netz eingespeist wird, wenn er gebraucht wird. Damit entlasten wir das Verteilnetz, was wiederum den Netzausbau verringert und die damit verbundenen Kosten – für die Allgemeinheit – reduziert.

Wenn alle unserem Beispiel mit dem Grünstromspeicher folgen, würden sich die Netzausbaukosten erheblich verringern und die Netzentgelte stabil halten, wenn nicht sogar deutlich reduzieren. Und zwar für jeden einzelnen Verbraucher, für jeden Haushalt und damit für jeden Bürger.

Das Mittags-Tal, kennt jeder?
In der Vergangenheit wurde bei PV-Anlagen ausschließlich Augenmerk auf den Sonnenertrag gelegt. Das bedeutet: Wie kann ich maximal viel Strom produzieren! Wenn die Sonne im Zenit steht, um 12Uhr, plus/minus 2 Stunden, also zwischen 10-14Uhr. Deswegen, und viel zu oft noch heute, werden Freiflächenanlagen gen Süden ausgerichtet.

Das bedeutet jedoch auch, dass diese Anlagen zur gleichen Zeit den maximalen Strom erzeugen und diesen ins Netz einspeisen wollen…und somit ein Überangebot existiert, bis hin, dass die Netze überlastet und die Anlagen heruntergeregelt werden müssen.

Wir versuchen, soweit es von der Topologie möglich und vernünftig ist, die Sonne zu anderen Uhrzeiten „einzufangen“. Bereits zeitig am Vormittag wie auch später am Nachmittag. Dazu richten wir die Module deutlich Richtung Osten und Westen aus. Das hat zwei große Vorteile: Wir entlasten einerseits damit die Netzinfrastruktur (die alle bezahlen müssen) und andererseits können wir unseren Strom zu besseren Konditionen direkt in das Netz einspeisen, was die Wirtschaftlichkeit unserer Anlagen erhöht.

Sh. auch folgendes sehr grobes Schaubild: je mehr Strom über PV eingespeist wird (blaue Balken), desto geringer der Vermarktungserlös (orangene Linie):

Und hier nun eine kurze Übersicht der vier genehmigten PV-Anlagen

  • Niederrieden: 10 MW Agri-PV-Anlage mit nachführendem 2P-Trackersystem
  • Wiedergeltingen: 20 MW klassische PV-Anlage mit drei Himmelsausrichtungen
  • Erkheim: 2,8 MW klassische PV-Anlage mit Satteldach, somit Ost-/West-Ausrichtung
  • Ottobeuren: 20 MW klassische PV-Anlage mit Satteldach (Ost/West) sowie viel Südwest- und wenig Südausrichtung